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Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
10 April 2012 @ 09:34 pm
"Versuch, dir nicht alle Veranstaltungen auf acht Uhr morgens zu legen", riet mir die kluge Frau Mama. Recht hat sie, aber leider hab ich da nicht wirklich eine Wahl.

Vorlesung A fängt Mittwoch und Donnerstag um acht Uhr an, period. Ein bisschen Auswahl hat man bei den Übungen - mehr oder weniger - die gibt es Dienstag um acht, aber auch Mittwoch und Donnerstag nachmittags. Also sorgfältig dosierte Mengen von Dackelblick und Unbeugsamkeit im richtigen Verhältnis mischen und beten, dass ich die richtige Mischung für einen Platz in einer der Nachmittagsgruppen treffe. Einteilung ist nämlich erst in der Vorlesung.

Wo natürlich auch reinspielt, in welche Gruppe ich für das Praktikum B gesteckt werde. Das gibt's nämlich auch Mittwoch und Donnerstag Nachmittag. Allerdings auch Montag und Dienstag, also hab ich mich mit Präferenz für diese beiden Tage eingetragen. Einen Idealfall gibt es nicht: komme ich in die Montagsgruppe, werden meine Mädels dieses Semester auf mich verzichten müssen, erfüllt man mir meinen Dienstagswunsch, komme ich Dienstag spät heim und freue mich, am nächsten Tag wieder um acht in der Vorlesung sitzen zu dürfen.
Aber vielleicht lerne ich ja irgendwen kennen, der mich Dienstag bei sich übernachten lässt. Wer weiß?
Erstmal die Gruppeneinteilung abwarten. Sind ja alles ungelegte Eier und außerdem noch zwei Wochen Schonfrist, bis die Übungen losgehn.

Ein unberechenbarer Faktor sind bis dahin auch die Übungen zu Fach C, für die noch keine Termine veröffentlicht wurden - Einteilung findet auch hier in der Vorlesung statt.
Eigentlich hätte ich auch lieber dieses Semester Fach D gewählt (beides gleichzeitig is nich), aber D gibt es Montag UND Freitag um acht, C nur Freitag. Schwere Entscheidung. Nicht.


Versucht hab ich's also. Im schlimmsten Falle vergeblich, aber ich habe. :)


(An der Zimmersuchenfont habe ich übrigens nun das erste Dreckloch zu vermelden. Also, es war nicht so abartig, dass ich es - in dem unwahrscheinlichen Fall, dass es mir angeboten würde - nicht trotzdem nehmen tät, aber ich würde dann vielleicht fragen, ob es sie stört, wenn ich ein bisschen renoviere. Die Küche streiche. Den Flur neu tapeziere. Das Bad... äh. Keine Ahnung. (Geschimmelt hat's nicht, aber schön war's auch nicht.) Und eine Gummidichtung an meiner Tür anbringe, damit der Rauch nicht so reinzieht. Leider nimmt der Ausziehende die Katze mit, aber vielleicht rettet er damit ihre kleine Lunge.)

(Ach, und Ostern war sehr schön, aber hier zurück hat mich dann leider sehr fix die Realität eingeholt. Treffenfreude hat nicht lang vorgehalten.)
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
01 April 2012 @ 04:57 pm
...a.k.a. noch mehr Frust.
(Ich hab grad kein andres Thema, sorry. Und zu wenig Termine, ergo Zeit zum Frusten. Gestern und heute nur einen, nächste Woche nur vier... es wird nicht besser.)

Ich hab keine Horrorstories.
Die Wohnungen waren alle völlig in Ordnung bis großartig, die Leute nett und normal.
Das einzige Mal, dass ich mir echt überlegt hab, ob ich das Zimmer nehmen würde, war es schlicht winzig und ich wusste nicht, wie ich da sinnvoll irgendwelche Möbel reinbekommen sollte. Ansonsten war auch diese Wohnung wirklich nett.
(Hat sich aber auch eh erledigt.)

Deswegen sind die schlimmsten WGs auch nicht die, wo's von der Decke tropft und die Mitbewohner einem einen Joint anbieten. Denn die gab's nicht.

Die schlimmsten sind die, wo ich eine Dreiviertelstunde oder länger am Tisch sitze, mich total wohl fühle und wunderbar mit den potenziellen Mitbewohnern verstehe.
Weil die mich trotzdem nicht nehmen.


Nachmieter ist auch keiner in Sicht. Also, in Sicht schon, mehrere, aber ich nehme an, dass sie weitersegeln werden, alle. Ziehe ernsthaft in Betracht, tatsächlich die Suche mutwillig abzubrechen und zu pendeln...
 
 
marvellous music: Please please please let me get what I want...
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
30 March 2012 @ 03:29 pm
Liebe Menschen, die behaupten, sich meine Wohnung ansehn zu wollen:
Bitte kommt auch. Und wenn ihr nicht kommt, sagt bescheid.
Jeder Tag, an dem einer von euch kommt, ist ein Tag, den ich nicht selbst mit Wohnungssuche verbringen kann. (Wie heute. Aber der kam wenigstens.) Ich würde nichts lieber tun, als euch alle auf einen Tag zu legen, aber ihr seid so wenige, dass ich Angst hab, euch abzuweisen, und ich muss jeden bekloppten Termin noch mit meiner Vermieterin absprechen.
Wenn ich euch schon hinterhertelefoniere, ob ihr noch kommt, ist es dann so schwer, dranzugehn? Kurz auf die SMS zu antworten? Offensichtlich.
Und wenn ihr sagt, ihr meldet euch, dann meldet euch bitte auch. Bitte.
(Ich habe dieses Zimmer immer sehr geliebt. Langsam hasse ich es.)

Liebe Menschen, die Zimmer anbieten:
Ich weiß euer Mitleid ernsthaft zuschätzen, wenn ich (auf eure Nachfragen!) meine Situation schildere.
Aber ich brauch kein Mitleid. Ich brauch ein Zimmer. Ich weiß, ich weiß, wenn's nicht passt, dann passt's halt nicht. Aber es fühlt sich so gemein an. Ich weiß, das ist es nicht, aber es fühlt sich so an. Ich spiel nicht die Verzweifelte, um über die Mitleidsmasche ein Zimmer zu kriegen. Ich BIN verzweifelt.


Sorry. Muss grad mal Luft ablassen.
Ist einfach alles doof grad.
Ich hab jeden Tag, den ich nicht rumlaufe und Zimmer angucke, ein schlechtes Gewissen, und jeden Tag, den ich rumlaufe und Zimmer angucke, hab ich Blasen an den Füßen und Frust und dieses grässliche leere Gefühl, wenn ich aus einer Wohnung gehe und genau weiß, die nehmen mich nicht. Und die, bei denen ich denke, vielleicht nehmen sie mich, sind noch fieser, weil Enttäuschung.

Doof doof doof doof doooooooooooooooooooooooooof.
Und die sollen ans Telefon gehn, die ich grad angerufen hab.
Und die sollen mir antworten, die ich grad angeschrieben hab.

Ich hab keine Ahnung, wie das jemals funktionieren soll.


(Und ich weiß, ich weiß, das ist alles normal. Normal, dass man nix findet, und normal, dass sich Leute nicht melden oder einfach nicht kommen. Normal doesn't make it okay.)
Tags:
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
16 March 2012 @ 01:08 pm
Da kommt gleich wer, um sich mein Zimmer anzugucken.

Ein seltsames Gefühl. Da kommt gleich wer, guckt sich mein Zimmer an und überlegt, ob er hier einziehen will. Als nächstes. Nach mir. Wenn ich weg bin.
Ich werde weg sein.

Es fühlt sich irgendwie überhaupt nicht echt an.
Ich weiß natürlich, dass da wer kommt - ich habe den Termin ausgemacht. Und natürlich war mir immer klar, dass ich nicht für immer und ewig hier wohnen bleiben würde.
Aber so richtig verstanden habe ich es wohl noch nicht.
Es ist so unwirklich alles. Nicht, als käme jemand zu mir, sondern als hörte ich jemanden erzählen, dass jemand zu ihm kommt, um sich das Zimmer anzusehen. Unwirklich. Abstrakt. Hat nichts mit mir zu tun, nicht direkt.

Mal schauen, ob es einsickert, wenn sie hier im Zimmer stehen.
Vermutlich nicht. Ich hab da irgendwie so einen Mechanismus im Kopf. Große Veränderungen registriere ich eigentlich erst dann so wirklich, wenn sie schon so lang zurückliegen, dass ich mich dran gewöhnt habe, dass jetzt alles anders ist.
Mal sehn. Mal sehn.
Hoffentlich gefällt es ihnen.
 
 
momentary mood: wirr
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
07 March 2012 @ 03:39 pm
Der harte, der schwere, der anstrengende Teil am Erlernen von Dingen mit der "falschen" Hand ist, dass es einfach so. Unglaublich. Laaaaaange dauert.
Quälend langsam, wie man so schön sagt.
Weshalb das mit der Übung einfach schwierig ist, und etwas anderes als eine Übungssache ist das alles nicht. Die Versuchung, die Hand zu wechseln, ist einfach zu groß. Nicht, weil es mit der ungeschickteren Hand schwierig ist - die Herausforderung nehme ich gerne an. Sondern weil es dauert. Weil ich ungeduldig bin. Weil ich fertig sein möchte, nicht mit dem Lernen, das ist nicht das Problem, sondern mit der Handlung, durch die ich gerade versuche, zu lernen.

Zum Beispiel, wenn ich in der Küche stehe und mein Gemüse mit links schneide. Ganz langsam.
Und mich mein Magen dezent daran erinnert, dass ich diese Handlung ausführe, weil er leer ist und gefüllt zu werden wünscht.
Ja, ja, sage ich, ich bin ja dran. Dauert halt noch einen Moment.
Aber nicht zu lang, sagt der Magen.
Weißt du, mischt sich der Kopf ein, das ginge viel schneller, wenn du die andere Hand nehmen würdest.
Ich nehm aber nicht die andere Hand, sage ich.
Wäre aber schneller, sagt der Kopf.
Ich will das aber lernen, antworte ich, leicht angenervt.
Es ginge schneller? quengelt der Magen los, ja warum machst du's dann nicht schneller?
Und dann bin ich genervt. Soooooo genervt. Und das dumme Messer muss dann auch noch einwerfen, dass es eigentlich in die rechte Hand gehört.
Gnagnagna.

Aber die Gelegenheit ergibt sich ja wenigstens öfters; also die mit dem Schneiden.
Schreiben ist schwieriger. So viel schwieriger.
Denn wenn ich überhaupt etwas von Hand schreibe, dann meistens, weil ich schnell etwas notieren will. Vorzugsweise etwas, dass ich hinterher noch lesen kann. Oder weil mich ein Plotbunny mit wildem Schrei angesprungen und mir einen Karatetritt vor den Schädel versetzt hat - da komm ich schon mit der linken Hand kaum den Gedanken hinterher...
Wenn ich mich also nicht hinsetze mit der expliziten Absicht, schreiben zu üben, gibt es einfach wenig Gelegenheiten dazu. Und die paar, die ich nutze, sind schwer, so schwer. Da ich das ja alles freiwillig mache, denke ich dann im Zweifelsfalle: eh. Macht kein' Spaß. Und intressiert eh keinen. Why bother?

Von allen schwierigen Dingen, die ich versuche, mit der anderen Hand zu üben, ist Schreiben die Tätigkeit, die mich wirklich frustriert. (Ich hatte einen Blogeintrag zu dem Thema angedacht, aber auf Papier skizziert - natürlich mit rechts dann, was dazu führte, dass mich Frust, eine verkrampfte Hand und ein schwer zu entzifferndes Ergebnis zum Aufgeben brachten, ehe ich alle Gedankenpunkte notiert hatte.)

Achtung Spoiler für GRRM-Bücher "A Storm of Swords" ff:
Identifikationspotenzial )

Vermutlich lern ich's nie.
Aber eigentlich will ich.
Es geht nur soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo- *lufthol* -oooooooooooooooooooooooooooo langsam!
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
09 February 2012 @ 09:13 pm
Eine der vielen wunderbaren Eigenschaften von Schwarzem Ritter ist ja, dass er grün aussieht.
Das ist er aber nicht wirklich. Oder schon. Das kommt eben dabei heraus, wenn man schwarze Dinge (wie Lakritze) mit gelben Dingen (wie Met) mischt. Ich habe auch einen wunderschönen grüngoldenen Taft, der einfach aus schwarzen und gelben Fäden gewebt ist. Und das fasziniert mich ungemein, denn in der Schule lernt man ja, dass grün aus gelb und blau entsteht. Das Schwarz in meinem Taft mag ja noch bläulich sein - sehen kann ich das nicht, aber möglich wäre es - aber Lakritze könnte von Blau nicht weiter entfernt sein. Die ist maximal braun. Andererseits lernen wir natürlich auch in der Schule, dass Braun entsteht, wenn man alle andern Farben mischt. Auch Blau. Also?

"Blau"-Witze im Bezug auf den Alkoholgehalt von Lakritzmet verkneif ich mir mal, zumal man die Flasche nichtmal aufmachen muss, um das schöne Grün zu sehen: man hält sie einfach gegen das Licht. (Es gibt auch Lakritzmet, der richtig leuchtend grün ist; den muss man nicht ins Licht halten. Der schmeckt aber nicht, und außerdem denke ich, dass da Farbstoffe drin sind. Anders kann ich mir die Farbe nicht erklären.)
Wenn man allerdings schon ein, zwei Gläser ausgegossen hat, entsteht beim Gegen-das-Licht-Halten durch die verschiedenen Flüssigkeitspegel ein wunderschöner Farbverlauf wie in sumpfig-trübem Wasser, von Sumpfgrün zu Grüngold nach Tigeraugenbraun bis richtig dunklem Braun bis Schwarz. Bei mir mit gelegentlichen bernsteinfarbenen Leuchtpunkten, wo hinter der Flasche die Glühbirnen sitzen.
Und das erinnert mich an das Eröffnungskapitel von "Sturm im Mumintal", wo der Mumin am Tümpel liegt und ins grüne Wasser starrt und darauf wartet, dass die Muminmutter kommt und ihm ein Borkenschiffchen bringt. (Sie hat das Rettungsboot vergessen.) Die Kinder haben Goldschmuck ins Wasser gelegt, weil das Gold so hübsch aussieht, wenn es durch das grünliche Tümpelwasser heraufleuchtet. Und der Mumin denkt nach.
Ich mag die Szene. Sie ist etwas melancholisch, aber sehr schön, und so... grüngolden von der Stimmung her. Wie der Farbverlauf in der angebrochenen Flasche Schwarzer Ritter. Eine Stimmung, die ich nur synästhetisch beschreiben kann.
Obwohl ich das eingegossene Glas noch gar nicht angerührt habe.

Wenn ich groß bin, möchte ich auch wie die Muminmutter sein.


(Und ich schulde euch noch einen Bericht vom Wochenende. Kommt auch noch. Aber ich bin gerade ein bisschen beschäftigt.)
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
29 January 2012 @ 03:19 am
Alt  
Aus unerfindlichen Gründen denk ich ja immer, ich wär schon dreißig. Schon drüber. Weiß der Kuckuck.
Immer wieder denk ich, "Kind, guck dich an, Anfang dreißig und noch nix gesch-" Stoooop. Falsch. Zurück.
Vierundzwanzig bist du, Kind. (Nicht ganz, ich weiß. Aber die paar Tage reißen da jetzt auch nix mehr.)

Ich fühl mich nicht alt deswegen. Also, wenn ich wieder denke, ich wär dreißig. Dreißig ist nicht alt.
Von dem Gedanken hab ich mich sehr früh verabschiedet. Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal dachte, dreißig wär alt. Ich muss es irgendwann mal gedacht haben, bestimmt als Kind, da denkt man ja schon, zwanzig wär alt. Ich kann mich nur noch erinnern, wie ich dreißig nicht als jung empfand. Mittlerweile tu ich das aber auch.

Ich denke, das wird für mich alles sehr entzerrt mit dem Alter, weil ich so viele ältere Freunde und Bekannte hab. Also, älter als ich. Nicht älter im Sinne von "ältere Leute", Leute, die langsam alt werden. (Ich muss grad überlegen, mit wem ich viel zu tun habe, der jünger ist als ich. Und mir fällt niemand ein. Vermutlich irgendwelche Internet- und Unibekanntschaften, von denen ich nicht weiß, wie alt sie sind.)
Ich mach mir dadurch immer selber Druck, weil ich vergesse, dass ich jünger bin, und nur sehe, dass alle anderen groß sind, Uni fertig, Arbeit, Ehe, Kinder, und denke, du hast das immer noch nicht geschafft, was ist los mit dir? Und dann fällt mir ein: hast noch Zeit. Bist doch noch jünger. (In die Pötte kommen muss ich natürlich trotzdem, aber versagt habe ich deshalb noch nicht.)
Aber was es auch tut, ist, Alter zu relativieren, für mich. Für den Durchschnittsmenschen sind ja Leute, die zehn Jahre älter sind als sie selbst, soooo alt. Vermutlich. Sind sie aber nicht. Um mich rum sind sie gerne mal fünf bis zehn Jahre älter als ich. Und nicht alt.

Unter zehn ist klein. Über zehn ist jung. Jünger, als ich immer denke; Teenager sind so kindlich noch, ich bin immer überrascht, wenn sie sagen, wie alt sie sind. Aber "klein" im Alterssinne sind sie nicht mehr für mich. Jung sind sie.
Mit zwanzig ist man jung.
Mit dreißig auch noch.
So um vierzig herum dann langsam nicht mehr. Aber alt ist man da auch noch nicht. Nur da gibt's kein Wort für. "Mittleres Alter" klingt auch schon immer so nach alt. Aber man ist da noch nicht alt. Nicht mehr jung, so richtig jungjung. Aber alt noch nicht.

(Jemand nannte mal eine etwa vierzigjährige Frau eine "ältere Dame". Ich hab lachen müssen.)

Und wann ist man's dann? Das weiß ich nämlich auch nicht. Ist man alt, wenn man in Rente geht?
Mit neunzig ist man alt, da gibt's für mich kein Drumrumgerede. Wer die neunzig knackt, ist alt. Herzlichen Glückwunsch!
Wahrscheinlich ist man mit achtzig auch schon alt.
Und siebzig? Ja, oder? Aber sechzig? Ist man mit sechzig alt? Jung ist man dann definitiv nicht mehr. Aber alt?


Es kommt natürlich immer auf den einzelnen Menschen an. Ich versuche gerade, absichtlich zu pauschalisieren. Grob Alter einzuteilen. Wie alt man körperlich ist, wie alt man geistig ist, wie viele Jahre man schon lebt, das sind ja immer ganz verschiedene Dinge. Das ist individuell. Das mein ich aber alles nicht. Ich versuche, allgemein einzuteilen. Es funktioniert nur nicht so gut.
Es gibt immer so Momente, da denkt man plötzlich: Sie ist alt. Und erst der zweite Gedanke ist: sie ist sechzig, siebzig, achtzig. Fünfzig.

Der Herr Papa meinte beim vorletzten Telefonat, als er erklärte, warum er nächstes Wochenende nicht mitkommt, er sei zu alt dafür.
Es war so seltsam, das zu hören. Mein Papa ist doch nicht alt! (Mein Papa ist Anfang fünfzig.) Mein Papa ist doch nicht zu alt für etwas. Mein Papa hat doch keine altersbedingten Ermüdungserscheinungen.
Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn Frau Mama sowas sagen würde. (Frau Mama ist ein Stückchen älter als der Herr Papa.) Ich glaube, ich fände das auch komisch. Weil meine Mami ist doch auch nicht alt.
Ich weiß auch nicht, wie ernst der Herr Papa das gemeint hat mit "ich bin zu alt für sowas". Ist auch egal. Es war einfach so seltsam. Meine Eltern sind nicht alt. Oder?
Und dann denkt Tami nach. (Und merkt mal wieder, dass sie noch nicht dreißig ist.)
(Jung ist sie ja immer. Und weiß das auch.)

Ich glaub, ich geh mal irgendwo in einen Kindergarten. Dann bin ich bestimmt alt.
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
24 January 2012 @ 09:50 pm
Vorhin beim Kochen bemerkt: schälen tu ich mit links, schneiden mit rechts.
(Ich meine hiermit jeweils die Hand, die das Werkzeug hält.)
Lustig eigentlich. Muss mal drauf achten, mit welcher Hand ich pelle. Bananen und Orangen und so. Wobei ich Orangen ja seit neuestem mit dem Löffel schäle, also eher Mandarinen. Hab aber beides grade nicht da.

Im Zuge meiner "Aktion Beidhändigkeit" hab ich dann natürlich direkt mal die Hände vertauscht. Schneiden mit links geht ziemlich gut, bisschen ungeschickt, aber nicht sehr.
Schälen mit rechts hingegen... üben wir nochmal.
 
 
Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
23 January 2012 @ 01:03 am
Frau Mama wünscht ja, das Kint möge mehr bloggen.
Frau Mama hat aber auch keine Vorschläge, worüber das Kint denn bloggen könnte.

Bloggen wir also über Belanglosigkeiten, die mir gerade durch den Kopf streifen.

Das wäre in diesem Fall Marmelade.

Wenn ich Marmelade sage, meine ich freilich nicht bloß Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten, sondern alle zuckerkonservierten gelierten Fruchtprodukte, die in vorderster Linie zum Bestreichen von Brot und ähnlichem Backwerk gedacht sind. Konfitüre. Gsälz. Fruchtaufstrich.
Ich hab früher nie viel Marmelade gegessen, deswegen dachte ich ja auch, ich bräuchte keine großen Gläser davon, wenn ich ausziehe, das dauert ja ewig bis die leer sind und ich hab gern ein bisschen Abwechslung auf dem Brot. Also hab ich die kleinen mitgenommen, die Frau Mama eben befüllt, für ihren Vater und sich und Leute, die gern wollen oder sich nicht wehren, wenn man es ihnen anbietet. Und jetzt eben auch für das Kint, das bei Heimatbesuchen in den Keller geht und die kleinen Gläser mit Fruchtkonserven plündert.
(Die Aprikose nicht so. Aprikosengsälz mag ich nicht so gern. Was schlecht ist, denn Aprikose steht ziemlich viel im Keller.)
Irgendwie waren die kleinen Gläser dann aber immer ziemlich fix leer. Was mich überraschte, denn ich ess ja nicht viel Marmelade. Nur dann halt plötzlich doch. Neulich hatte ich ein riesiges Glas Quittengelee mitgenommen. (Ich liebe aber auch Quittengelee. Das und Himbeergelee und Dreierleigsälz. Und Pflaumenmus. Liebe.) Das ist jetzt leer. Und im Dreierleigsälz von Lieblingsschwester ist auch schon der Boden sichtbar. (Das ist aber auch lecker.)
Jetzt steht da tatsächlich nur noch der Pflaumen-Johannisbeer-Aufstrich, den mir Frau Fermieterin letztes Jahr vor die Tür stellte. Weil sie lieb ist. Oder weil sie ihn nicht wollte und weiß, dass ich Marmelade immer gern nehme. (Fast immer.)

Irgendwann werd ich wohl auch selber Marmelade kochen müssen. Solange ich kann, halte ich aber willig die Hände auf und nehme die Gläser von Verwandten und Freunden entgegen. Oder von Verwandten von Freunden. M. zum Beispiel stellte heute zum Brunch drei kleine Gläser von ihrer Mutter auf den Tisch. Die Himbeermarmelade, sagte sie, nimmt sie wieder mit, die mag sie. Die anderen dürfen wir haben. Das Pflaumenmus und etwas, das eventuell Stachelbeere ist.
Ich bin auch nicht sicher, ob es Stachelbeere ist. Lecker ist es. Und schon wieder zwei Gläser mehr für mich. Kleine aber nur. Das hält nicht lang.
Zeit für einen Heimatbesuch! Sonst muss ich am Ende noch selber einkochen. Oder gar, Gott bewahre, kaufen.

Gekauft hab ich nur einmal, als ich nämlich unbedingt Erdbeermarmelade wollte. Und unbedingt jetzt. Erdbeer gibt es bei Zuckergussens nicht viel, denn das mag keiner außer mir so richtig.
Was es auch nicht gibt, ist Stachelbeer, aber das gibt es gar nicht und liegt am Stachelbeertrauma der Frau Mama. Die mich korrigieren möge, wenn ich das falsch erzähle, aber das ist eine hübsche Geschichte und geht ungefähr so:

Frau Mama, als sie noch viele Jahre davon entfernt war, eine Frau Mama zu sein, lebte dereinst mit ihrer Familie inmitten von Stachelbeersträuchern. Also, nein, aber das klingt so hübsch. Jedenfalls hatte Frau Oma Zugang zu gewissen Unmengen von Stachelbeeren. Die sie einkochte.
Nicht besonders gut.
Die entstandene Stachelbeermarmelade ließ sich nicht so recht streichen. Überhaupt nicht, um genau zu sein. Sie ließ sich aber würfeln.
Und so bekam Noch-nicht-Frau-Mama in die Schule ein Pausenbrot mit, auf dem Frau Oma kleine Würfelchen von Stachelbeergrauen in die Butter gedrückt und das Brot dann zusammengeklappt hatte. Und da man aus Unmengen Stachelbeeren auch Unmengen Stachelbeergrauen herstellen kann, gab es diese Pausenbrote ziemlich lange. Sie waren tendenziell eher fürchterlich, aber wer würde denn gutes Essen wegwerfen? Kriegskinder jedenfalls nicht.

So kommt es, dass man Frau Mama noch heute mit Stachelbeeren, vor allem aber mit Stachelbeermarmelade, jagen kann. Weshalb ihre jüngere Tochter sehr lang brauchte, um dann rein zufällig zu merken, dass sie selbst Stachelbeermarmelade ziemlich großartig findet. Um dann natürlich keine zu kriegen, denn das gibt's bei Zuckergussens nicht. Die arme Frau Mama hat von Stachelbeeren für den Rest ihres Lebens genug gesehn.

Die Prinzessin derweil hat etwas in ihrem Kühlschrank stehen, das eventuell Stachelbeermarmelade sein könnte.
Aber vermutlich nicht mehr lang.
Denn irgendwie, irgendwann in den letzten zwei Jahren, hat sie eine seltsame Liebe für Marmelade entwickelt. Klammheimlich und höchst überraschend. So richtig verinnerlicht hab ich noch nicht, warum die Marmelade immer so schnell aus ist, denn ich ess ja eigentlich nicht viel Marmelade...
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Prinzessin Tamira I. von Rosa zu Zuckerguss
19 January 2012 @ 01:28 am
Die McMordor-Werbung bei last.fm bietet mir "leckere Gutscheine!" an.
Das nenn ich doch mal innovativ!
Satt wird man vermutlich nicht davon, und so wahnsinnig gesund sind Papier und bunte Tinte eher auch nicht, aber das sollten wir von der Goldenen Möwe ja schon gewohnt sein. Und hey, wenn es so lecker ist!

Leckere Gutscheine.
Zum Selberausdrucken.
Genial.